Fragen zum KOL

Die Fraktion WFO-LKR fordert von der Stadtverwaltung nachfolgende Fragen zum KOL zu beantworten und die strategischen Handlungsoptionen insbesondere des Gesellschafters zu prüfen und zu priorisieren.
Fragen zum Prüfauftrag:

  1. Welche Grundversorgung soll nach Art, Umfang und Qualität durch das KOL abgedeckt werden?
  2. Für welche Zielgruppe (wen) soll das KOL da sein?
  3. Wie genau ist der gesetzliche Auftrag definiert und gestaltbar?
  4. Liegt eine SWOT-Analyse aus Sicht des KOL und aus Sicht des Gesellschafters vor? Welche sind Sachverhalte sind besonders wichtig?
  5. Welche Angebote werden durch andere Krankenhäuser innerhalb und außerhalb Oldenburgs bereits abgedeckt (Evangelisches, Pius, Bad Zwischenahn)
  6. Muss das KOL in dieser lokal und national angespannten Lage professioneller gemanagt werden?
    Gemäß dem Motto: „Wenn die Zahlen nicht stimmen, stimmen die Köpfe nicht“?
    Dies gilt für Vorstand, ärztliches Direktorium, Aufsichtsrat.
  7. Hat der Beirat/Aufsichtsrat eine Effizienzprüfung seiner Tätigkeiten selbst durchgeführt oder durch externe Fachexperten durchführen lassen?
  8. Ist die Stadt mit ihren Ressourcen an Personen, Kompetenzen und Finanzmitteln in der Lage das KOL im o.a. Spannungsdreieck zwischen Patientenversorgung, Gewinnorientierung und
    Forschungsambitionen erfolgreich auf Dauer zu führen?
  9. Welche Ressourcen kann und will der Gesellschafter bereitstellen?
    Was kann sich die Stadt Oldenburg leisten?
  10. Welche Strategien und Handlungsoptionen des Gesellschafters sind denkbar:
    a.) Weiterführung und Inkrementelle Verbesserung
    b.) Veräußerung oder (Teil)-Privatisierung
    c.) Aufnahme von strategischen Partner
    d.) Fokussierung auf Schwerpunkte
    e.) Reduzierung des Angebots.
    f.) Professionalisierung von Vorstand, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung
    g.) Austausch des Führungspersonals (wegen hoher Fluktuation, schlechter Unternehmenskultur)

Begründung:

Anlass
Der Befassung mit dem KOL geht die Anzeige eines überraschenden zweistelligen Verlustes für das Geschäftsjahr 2017 voraus. Diese erste Information wurde im nicht öffentlichen Teil Ausschuss für Finanzen und Beteiligung AFB durch die Dezernentin Frau Silke Meyn gegeben. Stand der Informationen In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage der zukünftigen Rolle des Gesellschafters „Stadt Oldenburg“ gestellt. Es wurde die Absicht geäußert, ein Beratungsunternehmen einzubinden, um die zukünftige Rolle der Stadt Oldenburg zu untersuchen. Voraussichtliche Honorarbeträge von 250T € wurden einvernehmlich bereitgestellt.
Inzwischen wurden weitere Informationen zu diesem Thema KOL in der NWZ veröffentlicht und interne Diskussionen in einer gemeinsamen Fraktionssitzung geführt. Dankeswerterweise stand der Geschäftsführer des KOL Dr. Tenzer dem Ausschuss ausführlich Rede und Antwort.

Stand der Information
In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage der zukünftigen Rolle des Gesellschafters „Stadt Oldenburg“ gestellt. Es wurde die Absicht geäußert, ein Beratungsunternehmen einzubinden, um die zukünftige Rolle der Stadt Oldenburg zu untersuchen. Voraussichtliche Honorarbeträge von 250 T € wurden einvernehmlich bereitgestellt. Inzwischen wurden weitere Informationen zu diesem Thema KOL in der NWZ veröffentlicht und
interne Diskussionen in einer gemeinsamen Fraktionssitzung geführt.
Dankeswerterweise stand der Geschäftsführer des KOL Dr. Tenzer dem Ausschuss ausführlich Rede und Antwort.

Stand der Dinge
Die Stadt Oldenburg ist alleiniger Gesellschafter des kürzlich in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umwandelten Krankenhauses mit ca. 2000 Mitarbeitern. Die aktuellen Probleme des Krankenhauses sind finanzieller Natur: Sie betragen ca. 17 Mio. € Verlust im Jahr 2017. Dieser ist einerseits durch außerordentliche Entwicklungen bedingt, die etwa 2/3 Verluste in Form von Rückstellungen ausmachen, andererseits durch Verluste im operativen Geschäft wegen mangelnder Auslastung aufgrund von Personalmangel. Das Ergebnis im ersten Quartal 2018 ist nicht ermutigend. Gleichwohl sollen durch ein laufendes Effizienzprogramm Schwachstellen beseitigt und positive Erträge erwirtschaftet werden. Darüber hinaus wird über ein schlechtes Betriebsklima berichtet, das Reibungsverluste und Personal Fluktuationen zur Folge hat. Offensichtlich befindet sich das KOL sowohl in einer aktuellen als auch strategischen Krise.

Herausforderung
Diese bedrohlich wirkende Situation verlangt aus Sicht der Stadt als Gesellschafter eine neue Betrachtung des KOL und auch des Aufsichtsorgans, da viele Ratsmitglieder im Beirat Verantwortung tragen.
Grundsätzlich sollten diese Herausforderungen mit den Methoden der „Restrukturierung von Organisationen“ angegangen werden. Auf Dauer kann sich die Stadt keine Millionen Verluste leisten. Insofern muss sich der Gesellschafter fragen, welche zukünftigen Strategien und Handlungsoptionen mit der Beteiligung KOL verfolgt werden sollen.

Bestandsanalyse
Die zukünftige Ausrichtung des KOL steht im Spannungsdreieck zwischen:

  1. Medizinischer Patientenversorgung
  2. Wirtschaftlichem Erfolg und
  3. Wissenschaftlichem Anspruch.

Im Idealfall kann der Arzt eine bedarfsgerechte Behandlung für den Patienten durchführen. Sie nutzt dem Patienten optimal und deckt sich mit dem ärztlichen Werteverständnis. Leider zwingen die wirtschaftlichen Erfordernisse, auf Dauer keine roten Zahlen schreiben zu müssen, oft zu schlechten Kompromissen bei den Behandlungen und beim Umgang mit den Patienten. Sie führen vielfach zu Frust bei Patienten und Krankenhauspersonal. Verschärft wird die Situation der Krankenhäuser in Deutschland insgesamt durch den Überhang an Betten.
Oldenburg hat eine neue medizinische Fakultät, an der auch das KOL als Lehrkrankenhaus beteiligt ist; dies allerdings eher in geringem Umfang. Erforderliche Mittel zum Ausbau einer wirklich namhaften Medizinischen Fakultät dürften in die Milliarden gehen. Das Land Niedersachsen hat
trotz ersten Signals die zur Verfügung stehenden Mittel des Landes nicht für Oldenburg vorgesehen. Der Gesellschafter kann diese Mittel nicht annähernd aufbringen. Insofern steht der Erhalt und ggf. Ausbau der Medizin in Oldenburg zur Disposition. Denkbar wären aber Fokussierungen auf wenige ausgewählte kostengünstige Bereiche, wobei Synergien mit Kooperationspartnern in Oldenburg wie z.B. das Offis angestrebt werden können. Beispiele für diese auch in Zukunft bedeutenden
Bereiche sind künstliche Intelligenz und Algorithmen, die aus standardisierten „big data“ des Krankenhausbetriebes erzeugt und genutzt werden können. Dies gilt ebenso für Telemedizin, um als „Oberzentrum“ den ländlichen Raum besser zu versorgen.

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