Positionspapier Kultur – WFO-LKR

in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses möchte die Fraktion WFO-LKR ihr „Positionspapier Kultur“ den Ausschussmitgliedern vorstellen.

  1. Definitionsbereich Kultur und Selbstverständnis:
    a) Das Wort Kultur stammt aus dem Lateinischen cultura und bedeutet: „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“. Im weitesten Sinne ist es alles, was der Mensch gestaltend hervorbringt, im Unterschied
    zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.
    b) Nach der weitgefassten Definition sind Kulturleistungen alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik, der Landwirtschaft oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde bzw. „Subkulturen“ wie Musik, Sprache, Moral, Religion, Recht, Wirtschaft und Wissenschaften.
    c) Dagegen bezeichnet Helman mit Kulturen einen engeren Begriff, nämlich ein System von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten von Menschen leiten.
    d) Für Kant ist Kultur die Ausrichtung der Handlungen des Menschen auf einen guten Zweck gemäß dem kategorischen Imperativs:
    „Handle nur nach der Maxime, durch die Du zugleich wollen kannst, dass sie zu einem allgemeinen Gesetzt werde“
    e) Humboldt schließt sich hieran an, indem er den Gegensatz zwischen dem Äußeren und Inneren des Menschen bezieht: Bildung und Entwicklung der Persönlichkeit sind Momente der Kultur, während rein praktische und technische Dinge dem Bereich der Zivilisation zugehören.

  2. Auftrag als Vertreter der Stadt/Ratsherr:
    a) Aufgabe der Stadt Oldenburg ist in erster Linie die Bereitstellung einer Bühne (Plattform), auf der Kulturangebote durch Künstler und Kulturschaffende und Nachfrage durch die Bürger zusammentreffen. Die Stadt versteht sich dabei als Katalysator, die dieses Zusammenwirken ermöglicht und beschleunigt.
    Die Kommune/Ratsherrn/-innen/ Verwaltung werden grundsätzlich nicht selber als Kulturschaffende aktiv tätig, sondern sorgen für eine Vielfalt an unterschiedlichen Kulturangeboten, die für jeden Bürger kostenmäßig erschwinglich sind und somit eine Teilnahmemöglichkeit besteht.
    b) Als Oberzentrum ist Oldenburg verpflichtet, auch überregional kulturell attraktiv zu sein und Bürger aus den Kommunen des Nordwestens teilhaben zu lassen. 
    Beispiel:
    a) Konzept Kulturelle Bildung
    Schaffung eines Netzwerk der Schulen und Kultureinrichtungen
    Vision: „Bildungslandschaft Oldenburg“
    b) Staatstheater, Landesmuseum, Landesbibliothek

  3. Lebensqualität durch Kulturgenuss
    Die Kulturangebote sollen einen Beitrag für eine gute Lebensqualität in der Kommune leisten und dem gesetzlichen Auftrag nachkommen.
    Kultur soll Freude bereiten, eine Identifikation mit der Kommune/ Heimat herstellen und zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Die Teilnahme kann aktiv und/oder passiv sein.

  4. Kultur pflegen und fördern
    Die „Kulturlandschaft Oldenburg“ soll durch die Stadt systematisch beobachtet werden, um einen guten Überblick zu haben und bedarfsgerecht Begleitung zu gewährleisten:
    a) Dies gilt einerseits für die Künstler: Hier ist auf Vielfalt, Zugänglichkeit und Qualität zu achten. Ebenso auf das Eingehen von Wünschen und Anregungen der Kulturschaffenden.
    b) Dies gilt andererseits für die Bürger: Über die Arbeiten der Künstler soll zeitnah und umfassend informiert werden und zeitlich und räumlich einen Zugang zum Besuch von Ausstellungen und Veranstaltungen haben. Beides kann organisiert werden z.B. in Form eines regelmäßigen Gedankenaustausches unter Einbindung des Kulturausschusses.
    Beispiele:
    in der NWZ als führendes Regionalmagazin ist täglich zu erkennen, welche vielfältigen Veranstaltungen stattfinden.

  5. Talente erkennen und Fördern
    Die Stadt soll sich gemeinsam mit den Kulturschaffenden daran beteiligen, besondere Talente zu erkennen und zu fördern.
    Dies kann auch dadurch geschehen, dass Kunstwerke beauftragt werden oder von Dritten gestiftet werden.
    Hierbei ist zu beachten, dass die Bürger eine Mitwirkungsmöglichkeit haben und nicht die Politik allein entscheidet.
    Beispiele: Graf Anton Günther Plastik, Persil Uhr.

  6. Vorhandene Stärken zu Attraktionen weiterentwickeln
    Die Stadt sollte besondere Attraktionen gezielt zu einem unverwechselbaren Profil weiterentwickeln und fördern.
    Erfolgreiche Beispiele sind: Horst Janßen Museum, Staatstheater

  7. Finanzierung von Kultur
    Die Aktivitäten in der Kulturlandschaft sollen bevorzugt privatwirtschaftlich organisiert und finanziert sein, es gilt auch hier das Subsidiaritätsprinzip. Dies schließt nicht aus, dass die Stadt sich an kulturellen Initiativen beteiligt oder sogar selbst finanziert. Dabei soll immer versucht werden, so weit wie möglich Sponsoren aus
    dem öffentlichen, institutionellen, wirtschaftlichen oder privaten Bereich einzubinden. Die Sponsoren sollen durch eine Tafel explizit geehrt werden.

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