Einwohnerfragen

Erste Frage: Welche wissenschaftlichen Grundlagen, Daten und andere Informationsquellen (naturwissenschaftlich, historisch, sozial, ökonomisch, etc.) haben die einzelnen Fraktionen sowie die Verwaltung genutzt und weiterhin vorliegen, um intern eine fachliche Auseinandersetzung mit den aktuellen Prozessen und künftigen Prognosen bezüglich des globalen Klimawandels und seinen Auswirkungen hier vor Ort durchführen zu können und sind diese ggf. einsehbar?

WFO-Fraktion:
Eine erste Grundlage unserer wissenschaftlich begründeten politischen Arbeit ist der „Vernunftgeleitete Diskurs“. Er entstammt der praktischen Philosophie und beschreibt mit 12 Kriterien eine konstruktive Kommunikation oder einen idealen argumentativen Diskurs. Dieser gilt auch für das wichtige Thema Klimawandel. Drei wichtige Kriterien sind: „Offensichtliche Tatsachen werden anerkannt“, „das bessere Argument zählt“ und „Ziel ist der Konsens“.

Eine zweite Grundlage unserer Arbeit ist die Effektivität durch Setzen von Prioritäten. „First Things First“ sind eine wichtige Erkenntnis aus der Managementlehre (Peter Drucker), das heißt die „richtigen Dingen“ tun und nicht die Dinge richtig tun.

Eine dritte Grundlage unserer Informationsquellen hinsichtlich der Kommune bezieht sich auf die konkreten Erfahrungen und fundierten Kompetenzen der Verwaltung. Denn in der Regel sind viele Sachverhalte komplex und bedürfen gründlicher Betrachtung. Eine kritische Würdigung und Ergänzung der Ausführungen der Verwaltung durch unsere Fraktion ist selbstverständlich.

Eine vierte Grundlage ist die eigene Vernunft und Verantwortung, sich als Ratsherr zu informieren. Das verdeutlicht ein schönes Zitat: Wenn Dir einer sagt, draußen regnet es und ein anderer sagt, draußen scheint die Sonne, dann ist es Deine Pflicht und Schuldigkeit ans Fenster zu gehen und selbst hinauszuschauen.
Es ist u.E. vernünftig und verantwortungsvoll:
a.) den Klimawandel und seine negativen Auswirkungen anzuerkennen, da er von der überwiegender Mehrheit der Wissenschaftler belegt ist.
b.) auf jeden Fall Ressourcenschonung zu betreiben, insbesondere was die Vermeidung von fossilen Rohstoffen angeht
c.) Nachhaltigkeit zu praktizieren, d.h. nur den Zuwachs, nicht die Substanz verbrauchen
d.) dies soll mit Maßhaltigkeit, Kosten-Nutzen Betrachtung und Folgenabschätzung erfolgen

Fakten für den Handlungsbedarf und Lösungsansätze sind:
a.) Deutschland verbraucht 2% der Weltenergie, hat 1% der Bevölkerung, der jährliche Ressourcenverbrauch ist bereits im Mai vollzogen.
b.) Der Sonnenenergieeintrag innerhalb von 6 Stunden auf die Erde = 1 Jahr Stromverbrauch weltweit
c.) Verhältnis Energiezufuhr durch die Sonne zu Verbrauch. 11.000 zu 1.
d.) Leistung in D: 130 Watt/m2 in anderen Regionen bis zu 500 Watt/m2
Fazit: Es ist einleuchtend und vernünftig, daß diese unermeßliche alternative Energie in der Zukunft genutzt und insbesondere Klimaschädliches CO2 vermieden werden muß.

Dabei sollten unsere Einfluss Möglichkeiten auf städtischer Ebene nicht isoliert betrachtet werden. Es müssen die globalen Entwicklungen des schädlichen CO2 und die Lösungsmöglichkeiten aus globaler, nationaler und Landes Perspektive und auch aus individueller Sicht betrachtet und synergetisch eingebunden werden.

Frage Zwei: Was sind Ihrer Meinung nach die Beweggründe der Demonstrierenden hier in Oldenburg, aber auch im Rest der Welt für Klima- und Umweltschutz so unglaublich zahlreich auf die Straße zu gehen, beziehungsweise welche Emotionen treiben diese Menschen Ihrer Einschätzung nach an und denken Sie diese seien gerechtfertigt ?

WFO-Fraktion:
Der anthropogene Klimawandel ist eine Bedrohung für die Umwelt, er geht uns alle an. Insbesondere die zukünftige Generation wird unter den Folgen zu leiden haben. Es ist Zeit zum Umdenken und Handeln. Insofern sind die Demonstrationen der Jugendlichen gerechtfertigt und verantwortungsbewusst, Nachhaltigkeit einzufordern. Sie können die notwendige Aufmerksamkeit und den Druck erzeugen, um diese große Herausforderung zu meistern und Changemanagement einzuleiten. Dabei ist die größte Motivation das Gefühl, die Welt zu retten.

Frage drei: Da Sie ja an dem Workshop teilnehmen, gehe ich davon aus, dass durchaus Handlungsbedarf in den verschiedenen Bereichen des von Fossil Free eingereichten Leitantrags besteht, um Oldenburg klimaneutral, umweltfreundlich und dabei stets sozialverträglich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt haben viele von Ihnen dabei geholfen den Maßnahmenkatalog
zu erstellen. Aus dem Papier des Leitantrags erschließt sich mir bisher noch nicht, welche Maßnahmen von den einzelnen Fraktionen sowie der Verwaltung priorisiert werden, warum und in welchem zeitlichen Rahmen diese nach den jeweiligen Einschätzungen logischerweise umgesetzt werden müssten, um noch wirksam zum Einhalten der Ziele des Pariser Klimaabkommens beizutragen. Deshalb bitte ich Sie: „Könnten Sie mir dies hier erläutern?“

WFO-Fraktion:
Grundsätzlich ist es eine kleine Erfolgsgeschichte, wie mit der Initiative durch FFF und dem aufgreifen der Vorschläge durch die Fraktionen und Verwaltung dieser Prozess für eine klimafreundliches Oldenburg bisher gestaltet wurde.
Eine Priorisierung der Vorschläge, wie sie unsere Fraktion mehrfach gefordert hat, ist leider bisher nicht erfolgt. Eine Priorisierung kann z.B. nach den Kriterien: CO2 Einsparpotential, Kosten-Nutzenbetrachtung, Folgenabschätzung vorgenommen werden.

Die bisherige Vorgehensweise im Prozess ist insofern u.E. unbefriedigend. Die bisherige intensiven Behandlung aller Vorschläge, verbunden mit vielen Änderungsanträgen führen zur Unübersichtlichkeit und zermürbender Zeitvergeudung. Wir wünschen uns Prioritäten, die dann zügig umgesetzt werden und Erfolgserlebnisse für alle erwarten lassen.

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